Die Top 10 Mythen der Bewerbung

Die Top 10 Mythen der Bewerbung

Weit verbreitet und doch nicht richtig. Viele Behauptungen ranken sich rund um das Thema Bewerbung. Und wie so oft kann auch hier der Schein trügen und nicht jede Behauptung muss der Wahrheit entsprechen. Wir haben die Top 10 der Bewerbungsmythen für Sie zusammengestellt.

Die 10 Bewerbungsmythen

1.    Eine Bewerbung muss kein Foto enthalten.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – so das Sprichwort. Im deutschsprachigen Raum sind Fotos im Lebenslauf erwünscht oder sogar verpflichtend, im Gegensatz zu englischsprachigen Ländern, wo ein Foto in der Bewerbung unüblich ist. Achten Sie auf ein professionelles Erscheinungsbild – der Weg zum Fotografen/zur Fotografin zahlt sich aus. Regelmäßig finden auch im Career Center sogenannte Career Photo Days statt – stay tuned.

2.    Alle Anforderungen eines Jobinserates müssen erfüllt werden, damit eine Bewerbung überhaupt Sinn macht.

Die Anforderungsprofile vieler Positionen sind sehr hochgesteckt und nur schwer zu erfüllen. Und Personalverantwortliche stellen in ihren Inseraten ganz bewusst den Idealkandidaten/die Idealkandidatin dar. Schätzen Sie sich selbst ein: Treffen 60 bis 70 Prozent der Anforderungen zu, können Sie sich durchaus für die Position bewerben.

3.    Für den erfolgreichen Berufseinstieg braucht man den Abschluss eines Masterstudiums.

Unserer Erfahrung nach können wir das nicht bestätigen! Bachelorabsolvent/inn/en werden von Unternehmen genauso gerne eingestellt wie früher Diplomstudierende. Der Bachelor ist am Arbeitsmarkt angekommen und etabliert.

4.    Hobbys und Freizeit sind für Personalverantwortliche nicht interessant.

Und warum nicht? Denn Hobbys und Interessen erzählen den Personalverantwortlichen neben den fachlichen Qualifikationen etwas Persönliches über Sie. Es sollte allerdings vermieden werden, die Hobbys zu allgemein zu formulieren (z. B. Sport, Reisen, Lesen). Heben Sie sich lieber von der Masse ab und gehen Sie ein wenig ins Detail. Sie spielen gerne Schach – daraus schließt man auf Ausdauer und Kombinationsgeschick; Sie spielen in einer Volleyballmannschaft – dann sind Sie auch ein Teamplayer.

5.    Lieber nicht anrufen.

Speziell wenn es im Inserat keine Ansprechperson gibt, können Sie gerne im Unternehmen anrufen, um herauszufinden, an wen das Motivationsschreiben gerichtet werden soll. Zwei Wochen nach dem Absenden der Bewerbung können Sie sich nach dem Fortschritt des Bewerbungsprozesses erkundigen. Jede/r Bewerber/in darf zudem nach Feedback zu einer Absage fragen.

6.    Der Europass-CV wird von den meisten Unternehmen bevorzugt.

Der Europass ist eine nützliche Vorlage, um europaweit ein vergleichbares CV zu erstellen. Allerdings lässt er wenig Spielraum für Kreativität. Viele Unternehmen bevorzugen nach wie vor ein individuell gestaltetes CV. Der Europass bietet auf jeden Fall eine gute Anleitung, auf welche Punkte im Lebenslauf eingegangen werden sollte.

7.    Der gläserne Bewerber – be careful with social media …

Es gibt natürlich Personalverantwortliche, die Bewerber/innen googeln. Zumeist wird dies jedoch für Positionen im Spezialist/inn/enbereich, das heißt nach mehreren Jahren Berufserfahrung, getan. Viel eher kann es passieren, dass Sie von neuen Kolleg/inn/en, Kund/inn/en oder Lieferant/inn/en im Netz gesucht werden. Nutzen Sie das Web 2.0 für sich: „Partyfotos“ im Facebook-Profil sollten nicht den ersten Eindruck prägen, Statusmeldungen müssen nicht für die ganze Öffentlichkeit zugänglich sein. Überprüfen Sie, was Sie wem mitteilen, und präsentieren Sie sich professionell.

8.    Initiativbewerbungen haben keinen Sinn.

Die Studie „Arbeitssituation von Universitäts- und Fachhochschulabsolvent/inn/en“ aus dem Jahr 2010 beweist das Gegenteil: Der zweithäufigste Weg der Beschäftigungssuche, nach der Bewerbung auf ein Inserat (80 Prozent), ist die Initiativbewerbung mit 67 Prozent. Die Erfolgsrate liegt bei immerhin 19 Prozent. Bewerber/innen sollten sich allerdings vorher im Unternehmen erkundigen, ob Initiativbewerbungen überhaupt angenommen werden.

9.    „Pimp my CV“ – bei Erstellung des CV darf getrickst werden.

Nein – unsere Empfehlung ist, in jedem Fall bei der Wahrheit zu bleiben. Werden Tätigkeiten umformuliert oder sogar erfunden, wird dies spätestens beim Vorstellungsgespräch auffallen. Allerdings sollten Sie sich nicht zu bescheiden präsentieren und jede Erfahrung angeben, die für das Unternehmen relevant sein könnte.

10. Man soll sich erst bewerben, wenn man das Studium beendet hat.

Da der Bewerbungsprozess sehr lange dauern kann (mehrere Monate von der Schaltung des Inserates bis zur Einstellung), sollte man schon rechtzeitig vor Abschluss des Studiums mit dem Bewerben beginnen. Das gilt vor allem für Absolvent/inn/en, die direkt nach dem Studium in einen Job einsteigen möchten.

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:43:07+02:0014. Januar 2014|Allgemein, Bewerben|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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