Format Bewerbungsvideo – Vermittler eines ersten Eindrucks

Format Bewerbungsvideo – Vermittler eines ersten Eindrucks

Gastbeitrag von Raphaela Lukas, whatchado

Bewerbungsvideos – sind sie die neue Form der Bewerbung oder längst überholt? Ist es überhaupt ratsam sich per Video bei einem potenziellen Arbeitgeber zu bewerben? Was macht ein gutes Bewerbungsvideo aus? Welches Equipment benötigt man und worauf sollte man beim Setting achten? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Lena Pösl, Head of Human Resources bei whatchado, im Interview.

Bewerbungsvideo

Bild: Mila Supinskaya Glashchenko/Shutterstock

Im Moment sind Bewerbungsvideos eher noch die Ausnahme unter den Bewerbungen. Das überrascht im Hinblick darauf, dass das Bewerbungsvideo gegenüber einer schriftlichen Bewerbung viele Vorteile hat.

Vorteile von Bewerbungsvideos

Der wohl größte Vorteil liegt darin, dass Recruiter/innen bei einem Bewerbungsvideo sofort einen ersten Eindruck erhalten. Das kann besonders dann Vorteile für den/die Bewerber/in mit sich bringen, wenn der Lebenslauf nicht optimal auf die Stelle passt, man aber weiß, dass man im persönlichen Gespräch überzeugen kann.

Ein weiterer Vorteil ist jener, dass dadurch dem neuen potenziellen Arbeitgeber den Eindruck vermittelt, dass man Zeit und Mühe in die Bewerbung investiert hat.

Die Entstehung eines Bewerbungsvideos

Entscheidet man sich dazu ein Bewerbungsvideo zu versenden, kommt schnell die Frage auf, worauf man achten muss: Wie wichtig sind Technik, Machart und Setting für das Video?

Lena Pösl erklärt, dass es in jedem Fall vordergründig auf den Inhalt des Videos ankäme. Auf ein paar Kleinigkeiten sollte man dennoch bei der Aufnahme achten! Als Faustregel gilt hierbei: Kleide dich wie bei einem Bewerbungsgespräch und achte auf ein professionelles Setting.

Die Technik selbst ist für Lena Pösl dabei nicht so wichtig, außer die Person bewirbt sich explizit für einen Beruf, bei dem Skills im Bereich Videoproduktion vorausgesetzt werden. Grundsätzlich können also für ein Bewerbungsvideo die interne Kamera und das interne Mikrofon des Laptops verwendet werden. Wichtig ist, dass die Bild- und Tonqualität ausreichend ist. Der gewählte Ausschnitt sollte den Kopf und Oberkörper der Person zeigen. Generell kann man sich im Bereich Mimik, Gestik und Rhetorik an einem Bewerbungsgespräch von Angesicht zu Angesicht orientieren.

Add-on oder Ersatz?

Das Bewerbungsvideo ist in jedem Fall als Add-on zum Lebenslauf zu sehen und kann diesen in keinem Fall ersetzen. Lebensläufe sind vor allem für den direkten Vergleich mit anderen Bewerber/innen unabdingbar. Das Bewerbungsvideo eignet sich allerdings sehr gut dazu, bestimmte Abschnitte aus dem Lebenslauf explizit hervorzuheben, die einen besonders für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren.

Vergleich: Aufgenommenes Bewerbungsvideo vs. Bewerbung via VoIP

Bewerbungen via Voice over IP (VoIP) sind klar von aufgenommenen Bewerbungen zu unterscheiden. Bewerbungsgespräche via Skype beispielsweise eignen sich insbesondere für Personen, die zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung weit von ihrem nächsten potenziellen Arbeitgeber entfernt wohnen. Oftmals werden diese Interviews aber von dem Unternehmen selbst initiiert, da es ihnen ermöglicht einen ersten Eindruck der Person zu erhalten, ohne die Reisekosten zu übernehmen.

Im Vergleich zu einem Gespräch per Telefon hat das Gespräch über Skype den Vorteil, dass man dabei das Auftreten der Person wahrnehmen kann. Insbesondere bei Positionen im Sales Bereich oder generell bei Stellen mit viel Kundenkontakt ist es für ein Unternehmen sinnvoll, ein solches Gespräch zu initiieren. In den meisten Fällen ersetzt das Bewerbungsgespräch über Skype das persönliche Gespräch jedoch nicht vollkommen, sondern dient lediglich dazu, einen ersten Eindruck des Bewerbers/ der Bewerberin zu erhalten.

Grundsätzlich gelten für ein Video via Skype in Bezug auf Kleidungsstil und Technik die gleichen Kriterien wie bei einem aufgenommenen Bewerbungsvideo.

Der Nachteil von Videos

Ein möglicher Nachteil eines Bewerbungsvideos könnte sein, dass man aufgrund bestimmter Merkmale im Video (ungemachtes Bett im Hintergrund, unpassende Kleidung, nicht authentisches Auftreten, abgelesene Dialoge) negativ auffällt und trotz guter Qualifikationen ausscheidet. Einige Personen fühlen sich zudem vor Kameras unwohl, obwohl sie im persönlichen Gespräch sicher und kompetent auftreten. Wer also schon weiß, dass dies auf ihn zutrifft, der sollte besser Abstand von einem Bewerbungsvideo nehmen.

Lena Pösl gibt in jedem Fall den Rat, das Video vor dem Absenden noch einmal einer zweiten Person zu zeigen. Häufig erscheint einem selbst etwas als lustig, kann aber für andere durchaus negativ oder sogar unpassend wirken.

Weitere mögliche Varianten

Anstatt ein eigenes Bewerbungsvideo aufzunehmen, kann man auch ein bereits existierendes Video über seinen vorherigen oder aktuellen Job an die Bewerbung anhängen, sofern dieses online verfügbar ist.

Bei whatchado gibt es beispielsweise die Möglichkeit mit Hilfe des Story Recorders anhand von 7 Fragen sein eigenes Berufs-Video aufzunehmen. Nach Onlinestellen des Videos kann der/die Bewerber/in dieses dann beispielsweise in Kombination mit dem Link zum eigenen Social-Media-Business-Profil an seine/ihre Bewerbung anhängen.

 

Raphaela Lukas ist Social Media Manager bei whatchado und schreibt parallel dazu Beiträge auf dem whatchaBLOG. Zusätzlich ist sie auch mit ihrer Kamera oder dem Smartphone im Unternehmen unterwegs, um einzigartige Bilder und Momente einzufangen. In ihrer Freizeit gehört neben dem Schreiben und Fotografieren auch das Filmen und Malen zu ihren Leidenschaften.

 

Lena Pösl ist Head of HR bei whatchado. Zuvor war sie bei whatchado als COO für den gesamten Bereich Operations und Videoproduktion verantwortlich, nachdem sie beim Hamburger Start-up tolingo bereits den Bereich HR geleitet hatte. Aktuell konzentriert sie sich wieder voll auf das Thema Human Resources und absolviert berufsbegleitend ein Studium in Personal- und Organisationsentwicklung.

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:40:05+02:001. Februar 2017|Allgemein, Bewerben|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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