Wie international mobil muss man sein?

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Wie international mobil muss man sein?

Studieren fern der Heimat

Globalisierung. Weltweit vernetzte Kommunikation. Geschäftsbeziehungen über Kontinente hinweg – Alltag in einer Welt, die durch technische Möglichkeiten und moderne Infrastruktur näher zusammenrückt. Internationale Karriereperspektiven rufen, die Möglichkeiten für den Auslandsaufenthalt scheinen unbegrenzt. Aber welche Rolle nimmt internationale Flexibilität im Bewerbungsprozess wirklich ein?

auslandsaufenthalt

Soviel steht fest: Auslandserfahrung während des Studiums ist eine tolle Möglichkeit, um sich auf eine internationale Karriere vorzubereiten. Man ist in der Regel noch flexibel und ungebunden und kann ohne viel Risiko eine gewisse Zeit im Ausland verbringen. Kein Wunder also, dass viele WU-Studierende die Möglichkeit nützen, ins Ausland zu gehen. Laut dem Students Panel Monitoring der Evaluierung und Qualitätsentwicklung der WU verbringen rund die Hälfte, nämlich 42 Prozent, der Bachelor-Studierenden einen Teil ihres Studiums im Ausland. Um zum Beispiel ein Praktikum, ein Auslandssemester oder eine Sommeruniversität zu absolvieren. Insbesondere Studierende der IBW, die in ihrem Studienplan einen Schwerpunkt auf internationales Wirtschaften legen, nützen die Möglichkeit, während des Studiums ins Ausland zu gehen.

Die Motive für diesen (ersten) Schritt in die Welt liegen laut dem Students Panel Monitoring im Übrigen vor allem in der Entwicklung und Bereicherung der persönlichen Kompetenzen.

Muss-Anforderung Auslandsaufenthalt?

Ist bei all den Kompetenzen, auf die man hinsichtlich eines Auslandsaufenthalts also

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schließen kann, internationale Erfahrung bereits als Muss-Kriterium in der Personalauswahl zu verstehen? Wie immer kommt es wohl darauf an, was die Unternehmen suchen. Wünschen sie sich international erprobte Bewerber/innen mit fundierten Sprach- und interkulturellen Kompetenzen, sind vorhandene Auslandserfahrungen sicherlich von Vorteil. Ein Ausschlussgrund ist nicht vorhandene internationale Erfahrung aber zumeist nicht. Allerdings: Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und der Globalisierung ist eine gewisse Mobilität im Arbeitsalltag von den meisten Arbeitgebern gerne gesehen.

Arbeiten fern der Heimat

Ob man diese Mobilität mitbringt, ist natürlich eine sehr individuelle Entscheidung, die bei all den Vorteilen für die Karriere auch ihren Tribut zollt. Wechselt man doch mit einer Übersiedelung ins Ausland Umfeld, Kultur und Umgebung und lässt Freund/innen, Bekannte und Familie zurück. Wir im WU ZBP Career Center erleben hier ganz unterschiedliche Ziele und Bedürfnisse: Manche Bewerber/innen bekommen gar nicht genug von internationalen Erfahrungen, andere fühlen sich im eigenen Land wohler.

Das hängt auch mit der jeweiligen Lebensphase zusammen: War zu Studienzeiten die Bereitschaft für eine gewisse, begrenzte Zeit ins Ausland zu gehen, noch hoch, so lässt sich nach Studienabschluss eine geringere Bereitschaft für den Wohnortswechsel erkennen. Laut der Students First Choice Erhebung der Career Services Austria aus dem Jahr 2013 stehen nur mehr 18 Prozent der befragten Studierenden nach Studienabschluss einem Jobangebot im Ausland offen gegenüber. Das ist auch verständlich: Mit einem Auslandsstudium sind Ungezwungenheit, Lust und Neugierde auf etwas Neues verbunden. Je ernster die Situation aber wird, je langfristiger der Wohnsitz ins Ausland verlagert werden soll, umso zögerlicher werden viele und entscheiden sich dann doch für den vertrauten Rahmen. Bei einer Bewerbung für eine Fixstelle im Ausland bucht man in der Regel nur ein One-Way-Ticket. Das ist der große Unterschied zu Praktikum oder Studium.

Leben fern der Heimat

Der Schritt ins Ausland ist also geprägt von individuellen Motiven, die man je nach Lebensphase und Karriereaspirationen abwägen muss. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine gewisse Mobilität im Beruf kein ’Muss‘ für die Karriere ist. Allerdings eröffnet sich in unserer globalisierten Welt eine größere Vielfalt an Karrierewegen, wenn man die österreichischen Grenzen hinter sich lässt. Ob man diese Vielfalt an Karrierewegen aber überhaupt anstrebt, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Auslandsaufenthalte müssen zur Persönlichkeit und zu den aktuellen Lebensumständen passen. Wer nicht ins Ausland möchte, sollte auch nicht gehen. Denn: Sehr viele Bewerber/innen haben keinen einschlägigen Auslandsaufenthalt gemacht und auch einen tollen Job gefunden.

Übrigens: Wenn du dich für internationale Karrieren interessierst und Fragen zum Bewerbungsprozess hast, besuche unser Training „Thinking about applying abroad“.

Quellen: Studienabschlussbefragung der WU-Bachelor-Abschließer/innen, WU Student Panel 2013, n = 817

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von | 2018-07-17T10:24:19+00:00 5. Juli 2017|Special: International|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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