Bild: © istock/ erewo1

Wenn ich meine Recherchen über Jobmöglichkeiten in Oberösterreich mit einem Satz zusammenfassen würde, wäre er: Es gibt viele! OÖs Unternehmenslandschaft ist so umfassend, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll. Hier ist ein Exportchampion, da scheint ein enormes Umsatzplus auf, dort befasst man sich mit Megatrends der Zukunft wie künstlicher Intelligenz oder Elektromobilität.

Laut der Standortagentur des Bundeslandes „Business Upper Austria“ ist Oberösterreich der führende Technologiestandort mit den meisten Top-250-Unternehmen Österreichs, nämlich 65 an der Zahl. Mehr als ein Viertel der österreichischen Exporte kommt aus Oberösterreich. Vor allem der Mix aus etablierten Leitbetrieben und innovativen KMU und Start-ups macht die Region attraktiv.

Gibt es also Karrierechancen im Land ob der Enns? Und wie! Egal, ob im Global Player oder im Start-up, im Konzern oder Familienbetrieb. Hier sind 4 Erkenntnisse, welche Möglichkeiten Oberösterreich WU Studierenden und Absolvent/innen bietet.

Erkenntnis 1: OÖ ist Industrie

Wenn man an Oberösterreich denkt, denkt man zuerst wohl an die voestalpine. Die Zahlen sind enorm: Österreichs Stahlgigant beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter/innen. Das Werksgelände in Linz hat eine Fläche von 5,2 km² und ist damit nahezu doppelt so groß wie der erste Bezirk in Wien.

Aber die Stahl- und Metallproduktion ist noch lange nicht alles, was Oberösterreich zum Industriebundesland Nummer 1 in Österreich macht. Da haben wir weiters den Maschinenbau mit CNH Industrial, ENGEL, SKF und TRUMPF, um nur einige Unternehmen plakativ hervorzuheben. Dann die Textilindustrie, allen voran mit Faserhersteller Lenzing, der im Übrigen bis 2050 klimaneutral produzieren will. Aber auch die Fussl Modestraße ist in Oberösterreich, genauer in Ort im Innkreis, angesiedelt.

Das große Thema Mobilität umfasst Zulieferer wie BMW Motoren, Felgen-Hersteller Borbet oder FACC Operations, die der internationalen Flugzeugindustrie Kunststoffteile für den Innenausbau oder Turbinen liefern. KTM Industries aus Mattighofen setzt auf Zweiräder und ist führender Hersteller von Motor- und Fahrrädern, MAN Truck & Bus Österreich widmen sich dem Fernverkehr, Rosenbauer baut Feuerwehrfahrzeuge. Mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen sich unter anderem Miba – diese haben 2018 54 Patente neu angemeldet – und Keba, die sich auf Stromladestationen spezialisiert haben.

Und auch die Lebensmittelproduktion findet in OÖ namhafte Vertreter wie Berglandmilch, die BRAU UNION, efko, Haribo Österreich, Neuburger, Spitz oder Vivatis.

Erkenntnis 2: OÖ ist IT

Vielleicht nicht so bekannt wie Oberösterreichs Industrieschwerpunkt ist der starke Fokus auf IT. Eine Initiative ist die Digitalregion Oberösterreich – hier findet man unter anderem den Hashtag #it_rocks, ein Berufsinfopaket für mögliche Jobeinstiege in OÖs IT-Unternehmen.

Allein der Softwarepark Hagenberg, der in den Medien bereits als ‚Silicon Valley Österreichs‘ tituliert wurde, beschäftigt 3.000 Menschen, die unter anderem zu den Themen künstliche Intelligenz oder Industrial IT Security forschen, arbeiten und lernen.

Aber auch in Linz gibt es seit 2019 einen neuen IT-Hotspot: Die Digitale Meile umfasst den Bereich zwischen der Tabakfabrik über das Techcenter bis zur Neuen Werft im Linzer Hafen. 100 Softwareunternehmen mit mehr als 2.600 Mitarbeiter/innen sind hier angesiedelt, vom Start-up bis zum Konzern.

Erkenntnis 3: OÖ ist Innovation

2018 war Oberösterreich einmal mehr die Nummer 1 bei den Patentanmeldungen in Österreich – und zwar quer durch alle Unternehmensgrößen. Beispielsweise arbeitet Wacker-Neuson an einem E-Bagger, DS AUTOMOTION beschäftigt sich mit mobilen Transportrobotern, AVR Tech Innovations baut Augmented-Reality-Anwendungen.

Auch der Unterstützung von Start-ups kommt ein hoher Stellenwert zu. Die Initiative tech2b begleitet und beschleunigt die Entwicklung von technologie-, design-orientierten und medizintechnischen Gründungsvorhaben. Weiters gibt es Programme wie business2excellence oder den OÖ HightechFonds.

Erkenntnis 4: OÖ ist Karrierechance

Also ja, Oberösterreich sucht nach Arbeitskräften! Der Fachkräftemonitor, ein Prognosetool für den Arbeitsmarkt in Oberösterreich, zeigt, dass die Nachfrage der Unternehmen nach Wirtschaftsakademiker/innen über dem Angebot an Absolvent/innen liegt. Auch in Zukunft wird dieser Trend fortgesetzt, sowohl Nachfrage als auch Angebot werden weiterhin ansteigen. Der Mismatch bleibt bestehen.

Denn aufgrund der Internationalisierung, der Dynamik und der Situation, dass die Baby-Boomer-Generation in den nächsten Jahren verstärkt in Pension gehen wird, besteht neben dem hohen Bedarf an Techniker/innen auch ein Bedarf an Wirtschafter/innen in den Unternehmen. Im Bereich der Wirtschaftsberufe sind laut Wifo etwa Steuerberater/innen, Personalfachleute bzw. Marketingspezialist/innen gefragt.

Einwohner/innentechnisch sind die Städte Linz, Wels und Steyr als die größten Ballungsräume in Oberösterreich definiert. Diese Städte bieten auch die höchste Zahl an Arbeitsplätzen. In OÖ sind allerdings auch sehr viele große Industriebetriebe, wie KTM, FACC, Miba oder Lenzing, in den Regionen angesiedelt.

In Linz beginnt‘s…

… zu guter Letzt musste dieser Spruch noch kommen. Denn, wie bereits eingangs erwähnt: Oberösterreich bietet viel. Nicht nur in Traditionsbetrieben, sondern auch und gerade in Zukunftsbranchen. Und für alle, die es über die oberösterreichische Grenze hinaus weiter in die Welt zieht: Die 100 größeren oberösterreichischen Unternehmen haben laut der Business Upper Austria 1.700 Niederlassungen in 80 Ländern der Welt – auch die internationalen Karrieremöglichkeiten sind also hervorragend.

Trivia

Der Kornspitz wurde 1984 in Asten von Peter Augendopler und seinem Unternehmen backaldrin erfunden.

Der Wallfahrtsort Christkindl in Steyr lockt zu Weihnachten zahlreiche Besucher/innen. Schließlich wohnt hier das Christkind.

Das „typisch“ oberösterreichische Getränk ist der Most – gepresst aus Mostäpfeln oder Landlbirn.

Unzählige Straßenkünstler/innen, Akrobat/innen und Musiker/innen verzaubern jährlich im Sommer beim „Pflasterspektakel“ die Linzer Innenstadt.

Eine Gießkanne wird gemeinhin als „Spritzkrug“ bezeichnet.

Arbeitgeber – ein Auszug

Amag

Backaldrin

Bet at home

Berglandmilch

BMW Motoren

Brau Union

BWT

Delfortgroup

DS AUTOMOTION

Energie AG

Engel Austria

Eternit

FACC

Fussl Modestraße

Greiner

Hödlmayr

HOFER

KTM

Lenzing

Linz AG

Miba

Neuburger

Rosenbauer

S.Spitz

Vivatis

voestalpine

Wacker Neuson

XXXLutz

 

 

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin des Blogs beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

More Posts - Website