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Nachgefragt: Motivationsschreiben

Liebe Arbeitgeber, wann überzeugt euch ein Motivationsschreiben? Und: Braucht es in Österreich überhaupt noch eines? Wir haben bei HR-Verantwortlichen nachgefragt.

Foto Marta Iordache & Natalie Flatz
© BESTSELLER, Lidl

Marta Iordache, People Business Partner, BESTSELLER

Braucht es ein Motivationsschreiben überhaupt noch?

Nein. Wenn Motivationsschreiben größtenteils mithilfe von KI erstellt und ohne persönliche Anpassung übernommen werden, verlieren sie ihren eigentlichen Mehrwert: einen authentischen Einblick in die Motivation und Persönlichkeit der Bewerber*innen zu geben. 

Kann die KI mein Motivationsschreiben übernehmen?

Ja. KI kann beim Erstellen eines Motivationsschreibens unterstützen – entscheidend ist jedoch, dem Text eine persönliche Note zu geben und die eigene Motivation und Leidenschaft einfließen zu lassen. Da Jobbezeichnungen in vielen Unternehmen ähnlich oder sogar identisch sind, sollten konkrete Aufgaben, Projekte und Erfolge im Motivationsschreiben zeigen, was tatsächlich hinter der jeweiligen Rolle steckt.

Best Practice? 

KI gerne als Unterstützung nutzen, aber nicht die eigene Persönlichkeit ersetzen lassen. Weniger Standardfloskeln, mehr persönliche Motivation. Ein kurzer Telefoncheck bei der Terminvereinbarung für das erste Interview: persönlich, unkompliziert und oft aussagekräftig. Der persönliche Austausch ist für mich nach wie vor der beste Weg, um einen Menschen wirklich kennenzulernen – sei es am Telefon oder im ersten Interview. Ausdrucksweise, Reaktionen auf Fragen, Motivation und Auftreten vermitteln einen authentischen Eindruck von all dem, was die Person ausmacht und ob der Culture Fit gegeben ist, auf den legen wir bei uns im Unternehmen sehr hohen Wert.

No-Go? 

Ein KI-generiertes Motivationsschreiben 1:1 zu übernehmen und sich im Gespräch nicht mehr an die darin genannte Motivation erinnern zu können. War bei mir schon öfters der Fall! Ebenso ein No-Go: simple Tätigkeiten im CV mit übertrieben eloquenten Bezeichnungen unnötig aufzuwerten.

Natalie Flatz, CPO, Lidl Österreich

Braucht es ein Motivationsschreiben überhaupt noch?

Nein. Wir schätzen Effizienz, Tempo und Pragmatismus – das gilt auch für unseren Bewerbungsprozess. Ein gut strukturierter Lebenslauf reicht uns völlig aus, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Kann die KI mein Motivationsschreiben übernehmen?

KI ist ein gutes Werkzeug für den ersten Entwurf und den Feinschliff, aber ein miserabler Ersatz für die echte Persönlichkeit. Sie kann unterstützen, aber keinesfalls ersetzen. 

Best Practice?

Investiere die Zeit in einen erstklassigen, übersichtlichen CV. Mach deine Stationen greifbar: Was hast du konkret gemacht? Welche Erfolge gab es? Wir suchen Macher*innen – das darf man dem Lebenslauf ruhig auf den ersten Blick ansehen. Und: Zeig uns deine Leidenschaft im Vorstellungsgespräch! 

No-Go?

Unstrukturierte und lückenhafte Lebensläufe sowie fehlende Vorbereitung für das Erstgespräch. Wenn das Anschreiben als Türöffner wegfällt, muss der CV direkt überzeugen. Ebenso ein No-Go: Völlig unvorbereitet ins erste Gespräch gehen, weil man sich vorher keine eigenen Gedanken zur Motivation gemacht hat.   

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