Karriere in Teilzeit?

Karriere in Teilzeit?

Gründe, warum man weniger als 40 Stunden in der Woche arbeiten möchte, kann es viele geben: die pflegebedürftigen Eltern, das vorpubertäre Kind, das weiterführende Masterstudium oder schlicht der Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Aber: ist eine Teilzeit-Tätigkeit auch karriereförderlich? Am 28. November widmeten sich die WU-Career-Talks, die regelmäßig vom WU ZBP Career Center in Kooperation mit dem WU-Alumni-Club veranstaltet werden, diesem Thema.

Was ist Karriere überhaupt?

Karriere in Teilzeit – ist das möglich? Stellt sich zuerst die Frage: was ist Karriere überhaupt? Der Aufstieg in eine Führungsposition? Überdurchschnittliches Einkommen? Oder die eigene Zufriedenheit mit der beruflichen Entwicklung? Es kommt darauf an… Unterschieden werden kann nämlich laut Michael Meyer, Vizerektor für Personal der WU, zwischen objektivem und subjektivem Karriereerfolg. Objektiver Karriereerfolg beinhaltet nachvollziehbare Komponenten wie Einkommen, Aufstieg oder Führungsverantwortung. Subjektiver Karriereerfolg umfasst hingegen tendenziell „weiche“ Komponenten wie die eigene Zufriedenheit oder das Glücksgefühl.

Laut wissenschaftlichen Ergebnissen ist Karriereerfolg in Teilzeit durchaus möglich, allerdings nur wenn man die subjektiven Komponenten wie Zufriedenheit oder Glück in Betracht zieht – nach objektiven Erfolgskriterien hingegen nicht. Denn natürlich wird man in Teilzeitpositionen weniger verdienen als bei einem Vollzeitjob. Natürlich wird das Führen von Mitarbeiter/inne/n erschwert, wenn man nicht ständig im Büro anwesend ist.

Karriere in Teilzeit

Wo ein Wille, da ein Weg

Wobei: Klar geht das auch. Das bestätigt auch Sandra Micko, HR-Director Microsoft und selbst führungsverantwortlich in einer Teilzeit-Position. Zum Beispiel kann man für dringende Fragen auch telefonisch erreichbar sein oder die Bereitschaft zeigen, „wenn es brennt“ ins Büro zu kommen. Auch die Frage, ob ein Karriereeinstieg für frische WU-Absolvent/inn/en in einer Teilzeitposition möglich und zielbringend ist, wurde von den weiteren Diskutant/inn/en Gordon Löwe, HR-Director Roche Diagnostics, Julia Kniescheck, Leitung Human Resources Wirtschaftsagentur Wien, und Veronika Polnitzky, Senior Associate KPMG, einhellig bejaht. Denn wo ein Wille da ein Weg. Und sei es, dass man sich auf eine Vollzeitposition bewirbt und im Bewerbungsgespräch betont, dass man lieber Teilzeit arbeiten möchte. Ist man der/die Beste, wird der Wunsch nach Teilzeit ermöglicht werden. Schließlich möchte man Talente an das Unternehmen binden.

Teilzeit und hohes Einkommen?

Ob also die pflegebedürftigen Eltern, das vorpubertäre Kind, das weiterführende Masterstudium oder schlicht der Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance – Gründe für den Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung gibt es viele. Und Positionen mit Eigenverantwortung in Teilzeit sind möglich – diese gilt es nur zu finden, oder für sich zu schaffen! Die Frage ist aber, ob diese Teilzeitpositionen auch objektiven Karriereerfolg mit hohem Einkommen, Führungsverantwortung und allem, was dazugehört, nach sich ziehen. Das sei an dieser Stelle dahingestellt…Über Erfahrungsberichte freuen wir uns!

 

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:43:15+02:0012. Dezember 2013|Allgemein, Im Job|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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