Karrierechance Traineeprogramm

Bewerber/innen stehen am Beginn des Bewerbungsprozess unweigerlich vor der Frage, wie sie ihren Berufseinstieg gestalten möchten. Und wie so oft hängt die Antwort wohl davon ab, wohin die Karrierereise gehen soll. Eine Möglichkeit in den Beruf zu starten ist der Einstieg als Trainee.

Bild: ZBP/Jürgen Pletterbauer

Fit für Führungsaufgaben

Traineeprogramme zielen in der Regel darauf ab, Absolvent/innen für künftige Führungsaufgaben fit zu machen – sei es für generalistische Positionen, z.B. im General Management, oder für spezialisierte Karrieren, z.B. im Marketing, HR oder Sales.

Der Ablauf des Traineeprogramms kann dabei je nach Branche und Arbeitgeber variieren. In der Regel wechseln sich das praktische Arbeiten in verschiedensten Positionen mit Trainings und Weiterbildungen ab. Durch das Durchlaufen mehrerer Arbeitsbereiche bekommen die Teilnehmer/innen einen ganzheitlichen Einblick in das Unternehmen – und so alle notwendigen Informationen für spätere strategische Entscheidungen. Sind Unternehmen international tätig, ist zumeist auch ein Auslandsaufenthalt angedacht.

Von Anfang an Verantwortung

Traineeships dauern in der Regel zwischen einem und drei Jahren. In dieser Zeit sollen die Teilnehmer/innen durch Jobrotation und Training on the Job alle nötigen Skills zur Übernahme von künftigen Führungsaufgaben erlernen. Um die Trainees optimal zu fördern, stellen die meisten Arbeitgeber während des Programms auch Mentor/innen zur Seite.

Die Tatsache, dass in einem Traineeship ein starker Fokus auf die Weiterbildung gelegt wird, heißt allerdings nicht, dass Trainees noch keine fachlich anfordernden Aufgaben übernehmen. Verantwortung wird Schritt für Schritt übertragen. In den meisten Unternehmen arbeiten Trainees ab dem ersten Tag aktiv an Projekten mit.

Beliebter Karrierestart

Der Einstieg als Trainee stellt für WU-Studierende eine interessante Alternative zum Direkteinstieg dar. In der Erhebung „Student´s First Choice“ – einer Umfrage aus dem Jahr 2013, in der die Career Services Austria 7.614 Studierende zu ihren Vorstellungen zum Berufseinstieg befragten – gaben 27 Prozent der WU-Studierenden an, dass sie ein Traineeprogramm für ihren Karriereeinstieg bevorzugen.

Hoher Einsatz und umfassende Flexibilität                                                                     

Bei all den Vorteilen darf man allerdings eines nicht vergessen: Traineeprogramme sind aufwändig – für Arbeitgeber und Teilnehmer/innen. Von beiden Seiten werden ein hoher Einsatz und ein hohes Commitment verlangt – vor allem wird eine hohe Anforderung an die Flexibilität gestellt. Die Trainees müssen besonders bei kürzeren Stationen schnell in den jeweiligen Arbeitsbereich und die Verantwortung eintauchen. Außerdem ist örtliche Mobilität sehr wichtig. Kein Wunder also, dass sich Trainees oft einem mehrstufigen Auswahlverfahren stellen müssen, häufig mit Online-Test, Interview und Assessment Center.

Investition in die Zukunft

Traineeprogramme sind eine Investition in die Zukunft. Arbeitgeber investieren in die Nachwuchsführungskräfte von morgen, Trainees investieren in ihre Karriere. Und das bei einem Einstiegsgehalt, von dem sich klassische Einstiegspositionen kaum abheben.

Ein Restrisiko, dass ein Traineeprogramm nicht in die erhoffte Führungsposition führt, bleibt allerdings immer vorhanden. Karrieren, egal ob mit oder ohne Traineeprogramm, verlaufen heutzutage nicht immer linear und in ein und demselben Unternehmen. Natürlich können Trainees auch während oder nach dem Programm entscheiden, einen anderen Karriereweg einzuschlagen. Und auch auf Arbeitgeberseite ist bisweilen noch nicht fix, wie die letztendliche Position für den/die Trainee wirklich aussehen wird. Die Erfahrungen, die man während eines Traineeprogramms sammelt, stellen aber in jedem Fall eine solide Basis für spätere Aufgaben dar – wohin die Karrierereise auch immer gehen mag…

Ursula Axmann

Ursula Axmann

In ihrem WU Studium hat sich Ursula Axmann auf die Schwerpunkte Personalwirtschaft, Handel und Marketing sowie Wirtschaftspädagogik konzentriert. Wiederholt hat die gebürtige Niederösterreicherin Studien- und Arbeitsaufenthalte in den USA verbracht. Ihre beruflichen Stationen führten Ursula Axmann vom Lebensmittelhandel in den Bankenbereich, danach ins Kulturmanagement und 1996 zurück an die WU, ins Career Center. In ihrer Arbeit als Recruiterin und Karriereberaterin sammelte sie Recruiting Know How von über 500 nationalen und internationalen Unternehmen und begleitete hunderte WU Absolvent/innen beim Einstieg ins Berufsleben. Adäquate Qualifikation im Bereich Coaching und Beratung hat sich Ursula Axmann an renommierten Institutionen angeeignet. Seit 2005 ist Ursula Axmann Geschäftsführerin des WU ZBP Career Centers. Daneben begleitet sie Beratungsprojekte für die Gründung von Career Centers an nationalen und internationalen Universitäten und arbeitet in unterschiedlichen EU Projekten mit. Seit 2010 ist Ursula Axmann auch Vorsitzende des Dachverbandes der österreichischen Career Center.

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