Kind und Karriere? Teil 1

Kind und Karriere? Teil 1

Wer kennt nicht diese Szene aus dem Hauptabendprogramm? Wenn Meredith Grey kurz mal ihr Baby aus der Spitalskinderkrippe holt, um während der Mittagspause gemeinsam mit dem kleinen Mädchen die OP des Jahres zu verfolgen, ringt das arbeitenden Müttern und Vätern bestenfalls ein Lächeln ab. Das Karrieremütter-Idyll à la „Grey’s Anatomy“ erleben wohl die wenigsten in dieser Form. Nicht zu sehen ist der morgendliche Kampf, rechtzeitig im Kindergarten zu sein, um dann wiederum rechtzeitig im Büro zu sein. Nicht zu sehen sind die Trennungstränen an der Kinderkrippentür und die Schuldgefühle beim Weggehen. Meine Kollegin Mia Deubner, selbst Mutter von zwei Kindern, gibt Einblick in das Time-Management als berufstätiger Elternteil.

Familie vs. Karriere

Kind und Karriere – eine Herausforderung. Denn auch wenn man es oft wollte: man kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Man kann nicht die wichtige Präsentation für morgen fertigstellen und gleichzeitig mit dem Nachwuchs für die Schularbeit  nächste Woche lernen. Zeit und Energie sind nun einmal begrenzt und Zweiteilen hat noch nie funktioniert.

DEubner bearbeitet

Und dennoch: untertags busy im Beruf, am Abend fürsorglich als Elternteil – das geht! Es MUSS gehen, es SOLL gehen. Denn sowohl Kind als auch Beruf sind eine wesentliche Bereicherung für das Leben, auf die man nicht verzichten mag.

Allerdings braucht es Organisation, Disziplin und vor allem auch Selbstreflektion. Eine realistische Einschätzung, was auf eine/n zukommt, wo die eigenen Grenzen liegen, welche Prioritäten wann zu setzen, welche Abstriche wann zu machen sind. Aktuell fehlt es bei Jungfamilien an Orientierungshilfen in der Frage der Vereinbarkeit von Kind und Karriere, da die Rollenbilder früherer Generationen zum Großteil überholt sind und heute – im Gegensatz zu früher – oft beide Elternteile einer Beschäftigung nachgehen. Umso wichtiger ist es, sich der Herausforderung der Organisation und Vereinbarung bewusst zu sein.

Work-Child-Life-Balance

Vor Allem sollte man überlegen, was Karriere für eine/n wirklich bedeutet. Kann man auch in einem Teilzeitjob glücklich sein oder möchte man 40 Stunden oder mehr arbeiten?  Wo liegen die persönlichen Prioritäten und inwiefern sind diese mit dem Umfeld vereinbar? Wie viel Zeit möchte man in den Beruf investieren und wie viel Zeit bleibt für die Familie?

Und vor allem: wie viel Zeit bleibt auch für eine/n selbst? Wie viel Zeit bleibt für die viel beschworene „Work-Life-Balance“? Denn bezieht man das „Life“ darin auf individuell gestaltete Freizeit, die einzig der persönlichen Erholung dient, muss man das Wort „Child“ in die Formel einfügen: „Work-Child-Life-Balance“. In diesem Dreigestirn die Balance zu finden, die eigenen Bedürfnisse zwar zurückzuschrauben, aber nicht völlig zu ignorieren, ist eine Herausforderung der Meisterklasse. Und gelegentliche Auszeiten sind unentbehrlich – auch und gerade für Eltern. Und diese sollten in der Tagesplanung auch mit berücksichtigt werden.

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:42:58+02:0030. April 2014|Allgemein|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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