Einmal um die Welt – Leben und Arbeiten in Lagos

Einmal um die Welt – Leben und Arbeiten in Lagos

„Wenn man zwei Stunden im Taxi für eine vier-Kilometer-Fahrt benötigt, dann sollte man sicher besser nicht aufregen, sondern lieber die Energie für den nächsten Tag sparen.“ Johannes Prochazka lebt seit 2015 in Nigeria.

Warum?

Nach meinem Bachelorstudium machte ich ein Volontariat in einer Mikrofinanzorganisation in Costa Rica. Dabei stimmten mich die unterschiedlichen Lebensverhältnisse im Vergleich mit Österreich nachdenklich. Ich wollte besser verstehen, welche Faktoren soziale und wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen. Während meines Master-Studiums der Volkswirtschaft bestätigte sich dann mein Interesse für internationale Entwicklung, weshalb ich mich für ein Fellowship-Programm für Entwicklungsländer bewarb. Dieses führte mich nach Nigeria.

Wie?

Für das Fellowship-Programm des Overseas Development Institute (ODI), in dem Volkswirtschafts- und Statistikabsolvent/innen zwei Jahre lang für öffentliche Institutionen in Entwicklungsländern arbeiten, bewirbt man sich ohne spezifische Jobausschreibung und bekommt dann eine passende Stelle angeboten.

Was?

Zuerst arbeitete ich bei der Zentralbank Nigerias an der Umsetzung von Maßnahmen, die der breiten Bevölkerung den Zugang zu einfachen Finanzprodukten wie Bankkonten, Versicherungen oder Krediten erleichtern sollten. Anschließend analysierte ich für die Weltbank den öffentlichen Haushalt sowie die Wachstumsfaktoren Nigerias. Vor kurzem bin ich in die Beratung bei McKinsey eingestiegen und von Abuja nach Lagos übersiedelt.

Wo?

In Abuja, der Hauptstadt Nigerias, lebte ich in einer Wohnung in einem eingezäunten und mit Sicherheitsleuten ausgestatteten Komplex. Generell ist das Land sehr vielfältig: Es gibt Moscheen und Kirchen, Wolkenkratzer und Landwirtschaft, Nationalparks und Strände. Die Leute sind offen und freundlich. Sie wirken fröhlich nach außen und versuchen, so gut wie möglich alltägliche Probleme (den sogenannten „wahala“) als „no wahala“ anzusehen.

Tipps für Nigeria:

Bitte ja – Höflich sein. Nigerianer/innen sind allgemein sehr höflich und noch höflicher zu Ausländer/innen. Sie freuen sich, wenn ihnen Ausländer/innen ebenfalls höflich und respektvoll begegnen.
Lieber nicht – Ungeduldig werden. Wenn man einmal in der Früh aufsteht und es kommt kein Wasser aus der Dusche, oder man zwei Stunden im Taxi für eine vier-Kilometer-Fahrt benötigt, dann sollte man sicher besser nicht aufregen, sondern lieber die Energie für den nächsten Tag sparen.
Lieblingsspeise – Suya. Das ist gegrilltes Rind- oder Hühnerfleisch, normalerweise auf dem Spieß und mit Chili, Zwiebeln und Tomaten serviert. Sehr gut, sehr scharf.
Nach der Arbeit – In der Freizeit spiele ich Fußball mit nigerianischen und internationalen Freund/innen oder genieße bei 35 Grad ein Bier am Pool.

Steckbrief

Name: Johannes Prochazka
Location: Lagos, Nigeria, Im Land seit 2015
Position: Junior Associate, McKinsey
Studium: BaWISO, WU; Master Economics, Barcelona Graduate School of Economics

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-09-14T10:44:35+00:0014. September 2018|Allgemein, Special: International|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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