Passe ich hier dazu?

Denken Sie doch einmal an eine Bank. Haben Sie ein Gespür dafür, wie es sein kann, dort zu arbeiten? Wie der Umgang miteinander ist, der Arbeitsalltag, der Dresscode? Ja? Dann denken Sie jetzt an ein Start-up, das gerade dabei ist, eine neue Musik-App zu entwickeln. Gibt es Ihrer Meinung nach einen Unterschied?

Bild: iStock / alvarez

Wahrscheinlich! Traditionell und auf Sicherheit bedacht vs. Dynamisch und risikofreudig. Wo passen Sie dazu? Welche Unternehmenskultur spricht Sie an?

Das Wesentliche bleibt für das Auge verborgen

Laut Lehrbuch prägen Basisannahmen über Umwelt, Zeit und menschliche Natur das gelebte Miteinander. Also: Wird die Umgebung als herausfordernd oder als bedrohlich wahrgenommen? Richtet sich unser Handeln nach der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Und sind wir primär durch Geld oder Lob motivierbar? Kulturmerkmale, die in jedem Unternehmen anders ausgeprägt sein werden – und die oft nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Eigentlich ist es ähnlich wie bei einem Rätsel, das es zu entschlüsseln gilt. Denn die Unternehmenskultur äußert sich in sichtbaren Artefakten wie Gebäuden, Kleidung, Logos oder Office-Layout, aber auch in weniger sichtbaren Verhaltensweisen und Ritualen, wie z.B. einem gemeinsamen Mittagessen oder der Prämierungen von Leistungen.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Für Sie als neuer Mitarbeiter/in kann das zu dem einen oder andere AHA-Effekt beim Onboarding führen. Gewisse „Unternehmens-Besonderheiten“, wie z.B. „Wie werden Erfolge gefeiert?“, „Wie geht man mit Fehlern um?“ oder „Welchen Stellenwert haben neue, innovative Ideen?“ werden Sie wahrscheinlich erst mit der Zeit entdecken. Klar ist, dass Sie sich mit manchen Aspekten stark identifizieren werden und mit anderen weniger stark.

Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall, dass Sie den Arbeitgeber finden, der mit seiner Unternehmenskultur und seinen Werten mit Ihren Überzeugungen übereinstimmt. Denn ob Corporate oder Start-up, ob KMU oder Konzern, ob Profitorientiert oder NGO – jeder Arbeitgeber, jede Branche, jede Unternehmensgröße bringt eine besondere Atmosphäre mit sich. Finden Sie heraus, welche zu Ihnen passt. Denn dann werden Sie jeden Morgen mit Freude und Spaß zur Arbeit gehen – und das ist doch letztendlich das Ziel… 

Checkliste:

Hier zeigt sich die Unternehmenskultur:

  • Pausen: Isst man gemeinsam oder alleine? Ist ein Essen am Computer ok? Wie viele Rauch- oder Kaffeepausen sind üblich?
  • Dresscode: Anzug und Krawatte oder Jeans und T-Shirt? Wie casual oder business ist die Kleiderordnung?
  • Meetings: Gilt die akademische Viertelstunde oder beginnen Meetings pünktlich auf die Minute? Ist es ok, während des Meetings aufs Handy zu sehen?
  • Feste/Erfolge/Einstand feiern: Wie wird gefeiert? Ist Anstoßen mit Alkohol ein Tabu? Wer lädt zu welchem Anlass ein?
  • Begrüßung und Verabschiedung: das eigene Zimmer, die ganze Abteilung oder das gesamte Büro – wer wird begrüßt und verabschiedet?
  • Du/Sie: Der Klassiker: Mit wem ist man wann per Du?
  • Fehlerkultur: Wie offen werden Fehler und Misserfolge thematisiert? Ist es erwünscht, den Fehler zur diskutieren oder gleich eine Lösung zu präsentieren? Welche Fehler werden der Führung gemeldet?
  • Spaß: Wie viel wird geblödelt? Darf während der Arbeit Musik gehört werden?
Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Als WU-Absolventin sind die Bande zum Career Center eigentlich schnell erklärt. Eigentlich. Denn bevor Brigitte Kuchenbecker Mitte 2011 endgültig zum ZBP Team kam, war sie langjährig beim Alumnidachverband der BOKU tätig und in ständigem Kontakt und Austausch mit dem ZBP. Während des Studiums sammelte die gebürtige Wienerin und nun Wahl-Niederösterreicherin Erfahrungen in einer PR- sowie in einer Beratungsagentur. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre vertiefte sie ihre Spezialkenntnisse des Personalmanagements am bereits erwähnten Alumnidachverband der BOKU und in einem Executive Search Unternehmen. Im ZBP vereint sie nun ihr gesammeltes Wissen und agiert als Informations-Schnittstelle zwischen Career Center, Universität, Studierenden und Absolvent/inn/en sowie Unternehmen und Presse. Neben den Web 2.0 Aktivitäten sind die Chefredaktion des Karrieremagazins und die Projektleitung der Messezeitung der Career Calling wesentliche Aufgaben.

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