Von Akten & Grabnummern – Praktikumserfahrungen des ZBP Teams

Von Akten & Grabnummern – Praktikumserfahrungen des ZBP Teams

Von Akten schlichten über Grabnummer auf dem örtlichen Friedhof kontrollieren bis hin zu Gameshows testen – die Praktikumserfahrungen des ZBP Teams sind vielfältig bis skurril.Auch das ZBP Team hat in frühen Jahren, als Schüler/innen und Student/innen, erste Berufspraxis gesammelt.

Reihenfolge: von links nach rechts, von oben nach unten, Beitragsbild: Photo by Samuel Zeller on Unsplash 

Zwölf Jahre ist Heike Schreiner nun im WU ZBP Career Center tätig, seit 2009 als Geschäftsführerin. Ihre Berufslaufbahn hat auch mit kleineren Schritten begonnen. Das erste Praktikum hat sie mit 15 Jahren, nach der ersten Klasse HAK, bei der Stadtgemeinde Rust absolviert. „Meine Erinnerungen an dieses Praktikum sind zwiespältig. Gemeinsam mit einer anderen Praktikantin wurde ich am ersten Tag ins Büro eines urlaubenden Mitarbeiters gesetzt, ein Onboarding fand nicht statt. Am zweiten Tag wurden wir dann mit einem Plan auf den Friedhof geschickt und mussten erfassen, auf welcher Seite des Grabes (links oder rechts) die Grabnummer steckte. Denn dort wurde der letzte Sarg begraben. Das klingt jetzt schräg, aber wir beide Praktikantinnen wohnten neben dem Friedhof und konnten so wunderbar mittags heim essen gehen. Nach Abschluss dieser Katalogisierung wurden wir ins Seebad versetzt und durften die Zeit beim Wettrutschen stoppen“, erzählt Heike Schreiner schmunzelnd.

Während der Schulzeit hat die WU-Absolventin 1 bis 2 Ferialpraktika pro Sommer absolviert, im Studium dann vermehrt Teilzeit gearbeitet. „Ich möchte kein Ferialpraktikum und keinen Nebenjob missen, außer der Tätigkeit in der SVA Eisenstadt, wo ich Akten ins Archiv einordnen durfte. Gelernt hab ich offen zu sein. Mich zwar auf Jobs vorzubereiten, aber flexibel für andere Aufgaben zu bleiben.“

Auch Geschäftsführerinnen beginnen beruflich mit kleinen Schritten. Ihren ersten Ferialjob hat Ursula Axmann während der Schulzeit in einem Spar Markt in der Kremser Innenstadt gemacht, mit dem Ziel, ihre erste Amerika-Reise zu finanzieren. „Wenn man täglich mit Kunden aller Altersklassen zu tun hat, erlebt man freilich einiges. Angefangen von einem dickbauchigen Mann, unter dessen Jacke gestohlene Waren vermutet worden waren- was sich im Nachhinein als peinlicher Irrtum herausgestellt hat –  bishin zu den alten Damen, die sich frühmorgens schon um die leeren Gemüsekisten bemüht haben, um diese zu verheizen.“ Gleich in der ersten Woche wurde der ZBP Geschäftsführerin die Entscheidung über die täglichen Ordermengen der Molkereiprodukte überlassen. Ein großer Vertrauensvorschuss. „Vor allem aber die Abläufe „hinter den Kulissen“ im Anlieferungslager der Filiale habe ich als besonders spannend erlebt.“ Das hier geweckte Interesse hat Axmann später in die SBWL Handel und Marketing geführt.

Sein erstes Praktikum hat den Niederösterreicher und WU-Absolventen mit 16 Jahren zu einer Versicherung in der Wiener Innenstadt gebracht. „Dort habe ich einen Monat lang in einem richtig staubigen Keller einsam Akten geschlichtet. Highlight des Tages waren die Mittagspause und manchmal Akten in die oberen Stöcke auszutragen, um wenigstens ein wenig Tageslicht zu erhaschen“, berichtet Robert Langer. Das war nichts für ihn. Danach war klar, dass er etwas viel Interaktiveres mit mehr Abwechslung machen möchte. Bei einem österreichischen Fernsehsender heuerte er als nächstes an. Dort waren seine Aufgaben definitiv actionreicher. Und zwar durfte er Spiele bei Gameshows testen. „Ich habe einige Schrammen davon getragen und den Job selbst damals als Crashtest Dummy bezeichnet“, erzählt der Kollege lachend.

Auf dem Lehrplan von Fanni Höpler standen während der Schulzeit auch Pflichtpraktika. Der gewünschte Betrieb wurde es damals jedoch nicht, doch am Ende des Sommers war sie um einige Erfahrungen reicher. “Ausgesucht habe ich mir eine Torten-Patisserie. Am Tag bevor es letztendlich los ging, wurde ich von meinem Klassenlehrer verständigt, dass es doch die Autowerkstatt wird. Die Enttäuschung war groß und ich wäre am liebsten gar nicht hingegangen. Das Praktikum war letztendlich großartig”, erzählt die Eventmanagerin. Nicht nur hat sie die Gelegenheit bekommen, einen Blick hinter das Tagesgeschäft einer Autowerkstatt zu werfen, sondern auch ihre handwerklichen Fähigkeiten zu entdecken. “Ich habe einen Akkubohrer in die Hand gedrückt bekommen und unzählige Kisten mit gemischten Schrauben und Kleinteilen. Meine Aufgabe war es, ein Wandsystem anzuschrauben und das gesammte Kleinzeug sinnvoll einzuordnen.” Besonders bereichernd fand sie die Erkenntnis, dass handwerkliche Berufe sehr erfüllend sein können und es schön ist, wenn man am Ende des Tages ein sichtbares Resultat hat.

Ihre ersten beruflichen Schritte hat Johana Hiebl-Nopp 2002 in einem Kindergarten in Oberösterreich gemacht. Während der Sommerferien war sie dort einen Monat und hat in den verschiedenen Kindergartengruppen hospitiert – von den unter 3-Jährigen bis zu den Schulanfänger/innen. „Der Kindergarten war leider in einem Problembezirk und direkt in einem Wohngebiet, wo der Garten von Hochhäusern umgeben war. Leider hatte sich ab und zu die eine oder andere Bierflasche in den Garten verirrt, so dass wir immer einen Check machen und alles einsammeln mussten, bevor wir mit den Kindern hinausgehen konnten“, berichtet die Karriereberaterin. Trotzdem möchte sie ihre Praktikumserfahrungen nicht missen, besonders eines: „Ich habe zwischen Bachelor- und Master ein 6-monatiges Praktikum gemacht, wo ich auch die Assessment Center für neue Führungskräfte organisiert und die Welcome Veranstaltungen neuer Mitarbeiter/innen moderiert habe. Das fand ich sehr spannend. Ich habe unglaublich viel gelernt.“

Ihr erstes Praktikum hat Melina Lehofer in den Sommerferien zwischen der 7. und 8. Klasse AHS gemacht. Es war ein Ferialpraktikum wie es im Buche steht – scannen, kopieren, Akten schlichten. Auch wenn es nicht allzu aufregend war, war es toll, das erste eigene Geld zu verdienen. “Weitaus spannender und lehrreicher war dafür mein letztes Praktikum, das ich im WU ZBP Career Center gemacht habe. Als ich die Stellenausschreibung gesehen hatte, wusste ich, dass ich dieses Praktikum unbedingt machen wollte.  Meine Tätigkeiten standen größtenteils im Zusammenhang mit der Career Calling und meine Aufgaben reichten von der Mitarbeit in der Organisation und dem Marketing, zu Kontakt mit den ausstellenden Unternehmen und zur Betreuung des Career Calling Instagram Accounts. Die Messe Ende Oktober war der krönende Abschluss des Praktikums und es war toll, zu sehen, wie sich die Arbeit von über einem halben Jahr ausgezahlt hat.”

Nach dem Praktikum hat Melina eine Teilzeitposition im WU ZBP Career Center angenommen und ist jetzt für die Organisation des Praktikumstags verantwortlich, der hoffentlich vielen Studierenden zu genauso tollen Praktika verhelfen wird.

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2019-01-14T11:10:45+02:0011. Januar 2019|Allgemein, Im Job|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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