Soft Skills lernen

Soft Skills lernen

„Klar kann ich das! Ich habs bloß noch nie gemacht!“- Fantasy-Schriftsteller Terry Pratchett hat recht. Wenn wir hier und da über unsere Grenzen gehen und uns in das Unbekannte stürzen, werden wir dadurch unser Können erweitern – und vielleicht tolle, neue Perspektiven entdecken. Schließlich: wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder?

Wir alle kennen wohl den einen oder andere Glückspilz. Auf die Sonnenseite des Lebens gefallen, scheint es, als ob ihm die positiven Ereignisse nur so zuzufliegen. Und alles so leicht geht. Pechvögel hingegen blicken neidvoll auf das Erlebte.

Alles eine Frage der Betrachtung. Herbert Langer, Leiter des Bereichs Soziale Kompetenz an der WU: „Glückspilze probieren viel aus. Dadurch erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, zufällig auf etwas zu stoßen, das sie sehr glücklich macht. Die sogenannten Pechvögel hingegen geben dem Zufall oft gar keine Chance.“

Warum eigentlich weiterentwickeln?

Doch gehen wir einen Schritt zurück. Die eigenen Kompetenzen können wir durch Erfahrungen erweitern. Doch ist das überhaupt von Nöten? Geprägt von vielen Ereignissen, Ausbildungen und Lebenserfahrungen sind wir doch zu den Menschen geworden, die wir heute sind. Wir haben Fähigkeiten – Soft und Hard Skills – und sind mehr oder weniger zufrieden mit unseren Qualifikationen. Warum also überhaupt weiterentwickeln? Warum etwas Neues ausprobieren?

Natürlich: Eine absolute Notwendigkeit an sich zu arbeiten gibt es nicht. „Ich glaube aber, dass es wenige Menschen gibt, die voller Überzeugung sagen können „Ich bin wie ich bin und ich bin mit allem zufrieden.“, betont Herbert Langer. Und kaum taucht eine kleine Unzufriedenheit auf, macht es bereits durchaus Sinn, an der eigenen Weiterentwicklung zu arbeiten.

Kompetenzen dem Job oder Job den Kompetenzen anpassen?

Die Frage, ob man seine Kompetenzen dem Job oder den Job den Kompetenzen anpasst, lässt sich im Übrigen nicht leicht beantworten. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beiden. „Im Idealfall sucht man sich eine Position, die den eigenen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen entgegenkommt. Bin ich eine eher introvertierte Person, dann werde ich keine Karriere anstreben, in der ich laufend mit vielen Menschen konfrontiert bin. In diesem Beruf würde ich mich nicht wohlfühlen und müsste ständig unauthentisch agieren.“, so Langer.

Und wenn ich das alles nicht kann?

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass das eigene Potenzial und die eigenen Kompetenzen oft unterschätzt werden – frei nach dem Motto: Ich bin halt so und ich kann das nicht. Dann kommt man leicht in die Situation, dass man interessante Positionen von vornherein ausschließt, weil man glaubt, sie sowieso nicht ausführen zu können. „Das liegt mir nicht“ ist eine Aussage, die sehr oft vorschnell getroffen wird. Lieber Dinge angstfrei probieren und im Tun entdecken, ob man sich in die eine oder andere Richtung entwickeln möchte. Oft erlebt man dabei Überraschungen.

Dann einfach machen!

Und schon sind wir wieder im Tun, im Ausprobieren, im Machen. „Sein Potenzial erkennt man, indem man sich immer wieder in neue Situationen begibt und Neues wagt. Man muss sich einen Ruck geben und offen für die neuen Erfahrungen sein.“, so Langer. Ob diese Erfahrungen nun in einer Reise, in einem Auslandsaufenthalt oder dem Besuch einer Weiterbildung sind, sei dahingestellt. Oft reichen auch vermeintlich kleine Dinge: Das erstmalige Führen einer Projektgruppe, das Erklären des Stadtplans in einer fremden Sprache oder das Ausprobieren einer neuen Sportart. Was zählt, ist die Erfahrung.

Es braucht keine Wunderwuzzis

Zurück zum Anfang: Wie die Story mit dem Glückspilz beweist, ist man seines eigenen Glückes Schmied. Indem man Dinge probiert und wagt, eröffnen sich oft vielfältige Möglichkeiten. Dabei geht es allerdings nicht darum, ein sprichwörtliches „Wunderwuzzi“ aus sich zu machen, das im Idealfall alle möglichen Kompetenzen stark ausgeprägt hat. Denn niemand ist in allen Bereichen perfekt und kann alles. Man muss auch nicht alles können. Aber man kann mit Offenheit auf neue Herausforderungen zugehen und alle Möglichkeiten nützen. Die Skills verfeinern sich dann dabei wie von selbst.

Wenn du herausfinden möchtest, in welchem Beruf welche Skills gefragt sind, hol dir doch eine kostenlose Ausgabe unseres „Berufsbilderguides“.

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von | 2018-03-06T09:37:54+00:00 29. Januar 2018|Special: Soft Skills|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit sechs Jahre für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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