Bilder: © Patricia Rinke

Wie ist es als Investment Manager bei AfricInvest zu arbeiten und in Tunis zu leben? Wir haben bei Patricia Rinke, die seit 2020 in Tunesien lebt, nachgefragt.

Warum?

Meine Affinität zu Tunesien wurde während meiner Urlaube als Kind geweckt, somit wusste ich bereits während meines Bachelors an der WU, dass ich gerne in Afrika arbeiten würde. Für meinen Master ging ich nach Frankreich, das wirtschaftlich und kulturell vor allem Nord- und Westafrika nahesteht. Mein Ziel war es immer, mein Privileg dazu zu nutzen, Menschen zu helfen, die in weniger privilegierten Regionen aufgewachsen sind.

Wie?

Nach meinem WU Abschluss ging ich für 3 Jahre nach Paris. Ich blieb für 1 Jahr am HEC Paris, gefolgt von einem Gap-Year mit 2 Praktika. Ich war mir von Anfang an sicher, dass ich mein zweites Praktikum in Nordafrika machen möchte, und fand durch Zufall eine Stelle im Innovationsfonds von AfricInvest. Nach einem letzten Masterjahr an der ENS Ulm in Paris ging ich zurück nach Tunis für eine Festanstellung.

Was?

Unser Innovationsfonds investiert in Start-ups in ganz Afrika. Meine Rolle als Investment Manager ist es, Start-ups zu identifizieren und unserem Investment-Komitee vorzustellen. Wir investieren in verschiedenste Sektoren, was meinen Job sehr spannend macht: FinTech, E-Commerce, SaaS, HealthTech, EdTech, AgriTech etc. Mein Alltag ist sehr vielfältig: Ich muss sowohl Networking betreiben als auch Daten analysieren und meine Portfolio-Start-ups betreuen.

Wo?

Meine Wohnung befindet sich im Norden der Hauptstadt Tunis, nicht weit vom Meer und des Nachtlebens. Das alte Stadtzentrum (die „Medina“) ist zwar auch ein schöner Ort, allerdings sehr belebt und im Sommer sehr heiß. Ich verbringe aber ein Drittel meiner Zeit auf Reisen, da meine Stelle ganz Afrika abdeckt. Am öftesten findet man mich in Kenia oder Südafrika, aber unsere Trips bringen mich auch nach Nigeria, Ghana, Marokko …


Tipps für Tunis, Tunesien:


Bitte ja:
Tunesier*innen über ihr Land fragen. Das Land bietet so viel mehr als All-inclusive-Hotelurlaub – die Tunesier*innen sind sehr stolz auf die reiche Geschichte ihres Landes, das im Mittelpunkt vieler geschichtlicher Ereignisse und globalen Handels stand. Außerdem gibt es Strand, Natur, Wüste, Bauwerke, Museen und sehr gutes Essen!


Lieber nicht:
Die Sahara oder die Ruinen von Karthago im Sommer besuchen – 40+ Grad sind einfach zu heiß! Man muss auch verstehen, dass Tunesier*innen einen mediterranen Lebensstil leben und daher im Sommer generell Energie gespart wird. Banken und Behörden schließen dann schon zu Mittag.

Nach der Arbeit: Gehe ich gerne mit Kolleg*innen auf ein Bier in eine Strandbar oder ein Restaurant. Es gibt jedes Jahr neue Hotspots, denn die Tunesier*innen lieben Abwechslung!

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