Bild: © istock/bluejayphoto

Zugegeben, der Gedanke an ein Leben und Arbeiten in Niederösterreich mutet von Wien aus gesehen nicht unbedingt exotisch an. Schließlich liegt Wien doch inmitten von Niederösterreich; und wohl jede/r von uns war sicher schon mindestens einmal in Österreichs größtem Bundesland – und wenn es nur der Weg zum Flughafen war.

Was kann man sich also von einem Artikel über Niederösterreich erwarten? Die Recherchen haben gezeigt: Vieles! Und ja, ich gebe zu, dass mein Herz ein wenig blau-gelb gefärbt ist. Schließlich komme ich täglich von Niederösterreich an die WU – genauso wie vier weitere Mitarbeiter/innen des WU ZBP Career Center.

Erkenntnis 1: Niederösterreich ist groß!

Dass Niederösterreich das flächenmäßig größte Bundesland Österreichs ist, ist per se wirklich nichts Neues. Wenn man sich aber vor Augen führt, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen, wird es interessant: Natürlich pendeln einige Niederösterreicher/innen zur Arbeit nach Wien – die morgendlichen Staus auf den Wiener Stadteinfahrten belegen dies eindrucksvoll.

Doch abgesehen davon bietet Niederösterreich je nach geografischer Lage vielfältige Perspektiven für WU-Absolvent/innen: im sogenannten „Speckgürtel“ rund um Wien gibt es zahlreiche, zum Teil international ausgerichtete Unternehmen – man denke doch nur z.B. an REWE, Walter Group, Libro oder den Flughafen Wien. Im Norden Niederösterreichs ist neben der Land-, Wein- und Forstwirtschaft auch der internationale Warentransfer tragend. Kotányi, Sonnentor, Hartl- und Elk-Haus sind beispielhaft als Arbeitgeber zu nennen. Bleibt noch das Mostviertel: hier gibt es vor allem rund um die Ballungsräume Amstetten (z.B. Umdasch) oder Wieselburg (z.B. ZKW) nationale und internationale Unternehmen.

Erkenntnis 2: Niederösterreich ist vielfältig!

Niederösterreich ist ein Land der wirtschaftlichen Vielfältigkeit. Auf der einen Seite werden fast 50 Prozent der Fläche für landwirtschaftliche Zwecke genutzt (im Vergleich: österreichweit sind es 30 Prozent): Es gibt plakativ Gemüse im Marchfeld, Wein in der Thermenregion, Holz im Waldviertel und Milch in den Voralpen. Natürlich spielt auch der Tourismus, der unter anderem durch die Initiative „Niederösterreich-Card“ belebt wird, eine Rolle.

Auf der anderen Seite wird viel in Forschung, Technologie und Innovation investiert. Vier Technopole – also Standorte, an denen Forschungsinstitute, Ausbildungseinrichtungen und Unternehmen eine Einheit bilden -, sechs Technologie- und Forschungszentren sowie 18 Wirtschaftsparks mit 1.050 nationalen und internationalen Unternehmen prägen Niederösterreichs Wirtschaft. Außerdem gibt es vier Clusterinitiativen zu den Themen Bauen, Kunststoff, Lebensmittel und Mechatronik.

News gibt es auch aus dem fernen Osten: Der chinesische Autoriese „Great Wall Motors“ hat 2018 sein Forschungszentrum für E-Antriebe im Bezirk Baden errichten. Hier konnte sich Niederösterreich im globalen Standortwettbewerb behaupten. Das Unternehmen will 20 Mio. Euro investieren und damit 150 High-Tech-Arbeitsplätze schaffen.

Erkenntnis 3: Niederösterreich ist Start-up!

Auch die Start-up-Szene belebt Niederösterreichs Wirtschaft. Um Gründen als attraktive Alternative zu etablieren, setzt Niederösterreich auf vielfältige Initiativen: riz up, die Gründeragentur des Landes, begleitet Niederösterreicher/innen kostenlos vor und während der Gründung. Das accent Gründerservice steht speziell hochtechnologischen Geschäftsideen zur Seite und unterstützt auch bei der Entwicklung einer optimalen Patentstrategie. Und tecnet equity finanziert junge Technologie Start-ups mit Venture Capital und ist ein klassischer Early-stage Investor. Die Ideen von Niederösterreichs Start-ups sind vielfältig. Die Spanne reicht von Life Science Projekten über Smart-Farming bis hin zu innovativen Industrieprojekten.

Trivia

  • Am dritten Wochenende im Juli dreht sich in Spitz an der Donau alles um die Marille: am Wachauer Marillenkirtag gibt es Marmeladen, Schnäpse und einen eigenen Marillenknödelautomat.
  • Der Schneeberg ist mit seinen 2076 Metern der höchste Berg Niederösterreichs – an klaren Tagen sind die meist weißen Spitzen auch von Wien aus erkennbar.
  • Der „Bluza“ ist im Retzer Land der Kürbis. Im Oktober wird der „größten Beere der Welt“ zu Ehren sogar ein eigenes Fest veranstaltet.
  • Das größte Casino Europas befindet sich in Niederösterreich – gleich neben der Römertherme in der Kurstadt Baden bei Wien.

Arbeitgeber – ein Auszug

Berndorf

Diamond Aircraft

Elk-Fertighaus

EVN

Flughafen Wien

Forschungszentrum Seibersdorf

Glock

Hartl Haus

Herold

Kika/Leiner

Kleider Bauer

Kotányi

Libro

Novomatic

NÖM

Pipelife

Radlberger

REHAU

REWE

Schmid Industrieholding

Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment

Sonnentor

Umdasch

Vöslauer

Walter Group

ZKW

Nostalgisch:

Dreh & Trink (Klosterquell)

Matador

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin des Blogs beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

More Posts - Website