Von Dienstverträgen, Gleitzeit, Urlaubsanspruch & Co

  • Das Bild zeigt eine Frau, die ein Schild hält mit der Aufschrift "Did you know"

Von Dienstverträgen, Gleitzeit, Urlaubsanspruch & Co

Eine Jobzusage, juhu! Damit du nun optimal in deine neuen Aufgaben starten kannst, haben wir gemeinsam mit Mirjam Sorgo, Partnerin der Kanzlei Schmidtmayr, Sorgo & Wanke Rechtsanwälte, Wissenswertes über deine Rechte und Pflichten im Beruf zusammengestellt.

Wussten du,

… dass dir bereits im ersten Monat aliquot Urlaub zusteht?

Grundsätzlich beträgt der Urlaubsanspruch 25 Arbeitstage (bei einer 5-Tage-Woche) und erhöht sich nach 25 Arbeitsjahren bei demselben Arbeitgeber auf 30 Arbeitstage. Im ersten halben Jahr entsteht der Urlaubsanspruch aliquot (etwa zwei Tage pro Monat) und erst nach Ablauf eines halben Jahres zur Gänze.

Das Urlaubsjahr entspricht mangels Betriebsvereinbarung oder individueller Vereinbarung dem Arbeitsjahr. Nur durch eine entsprechende Vereinbarung können Urlaubs- und Kalenderjahr gleichgesetzt werden. Urlaub verjährt zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist.

Im Übrigen: Urlaub darf weder vom Arbeitgeber einseitig angeordnet noch vom Arbeitnehmer/von der Arbeitnehmerin einseitig angetreten werden, sondern ist gegenseitig zu vereinbaren.

… dass Arbeitsverhältnisse während der Probezeit sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer/von der Arbeitnehmerin jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Einhaltung von Fristen beendet werden können?

Die Probezeit soll sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmer/innen ermöglichen, die Eignung des jeweils anderen zu testen. Es kann eine Probezeit von höchstens einem Monat vereinbart werden. Längere Probezeiten sind unwirksam und führen nach Ablauf von einem Monat zum Vorliegen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses. Nach Ablauf der Probezeit sind die gesetzlichen Kündigungsfristen einzuhalten, wenn nicht an die Probezeit anschließend ein befristetes Vertragsverhältnis vereinbart wurde.

Im Übrigen: Bei einem befristeten Dienstverhältnis sind beide Teile an die Befristung gebunden, wenn die Befristung nicht außergewöhnlich lang oder Gegenteiliges vereinbart ist. Eine vorzeitige Auflösung ist also nur einvernehmlich möglich.

… dass du bei einer Gleitzeitvereinbarung zu den angeführten Kernzeiten anwesend sein musst?

Während des Gleitzeitrahmens kann der/die Arbeitnehmer/in Beginn und Ende der Tätigkeit selbst festlegen. Wurde eine sogenannte (gesetzlich nicht vorgesehene) Kern- oder Blockzeit festgelegt, muss der/die Arbeitnehmer/in während dieser Zeit anwesend sein.

… wie gesetzliche Kündigungsfristen festgesetzt sind?

Die gesetzlichen Kündigungsfristen betragen für Arbeitgeber anfangs sechs Wochen und erhöhen sich mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses auf bis zu fünf Monate. Für Arbeitnehmer/innen beträgt die Kündigungsfrist mangels anderslautender Vereinbarung immer ein Monat. Eine Verkürzung der Kündigungsfristen ist nicht zulässig und daher wirkungslos.

Arbeitgeberkündigungen können jeweils zum Quartalsende, Arbeitnehmer/innenkündigungen zum Monatsletzten ausgesprochen werden. Es kann jedoch vereinbart werden, dass die Kündigungsfrist am 15. oder Letzten eines jeden Monats endet.

Hinweis: Kündigungen sind sogenannte einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärungen, sodass es ausreichend ist, wenn sie dem Gekündigten zur Kenntnis gelangen. Einer Zustimmung oder Bestätigung bedarf es zu ihrer Wirksamkeit nicht. Eine Kündigung ist an keine Form gebunden, dennoch empfehlen sich schriftliche Kündigungen aus Beweisgründen.

 … welche Inhalte im Dienstvertrag angeführt sein müssen?

Unterschieden wird zwischen Dienstzettel und Dienstvertrag. Der Dienstzettel hat die gesetzlich vorgesehenen Mindestangaben zu enthalten, in einem Dienstvertrag können darüber hinausgehende oder präzisierende Vereinbarungen getroffen werden. Die Ausstellung eines Dienstzettels darf im Wesentlichen nur dann entfallen, wenn ein Dienstvertrag ausgestellt wird. Sowohl Dienstzettel als auch Dienstvertrag müssen folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • bei Arbeitsverhältnissen auf bestimmte Zeit das Ende des Arbeitsverhältnisses
  • Dauer der Kündigungsfrist, Kündigungstermin
  • gewöhnlicher Arbeitsort, erforderlichenfalls Hinweis auf wechselnde Arbeitsorte
  • allfällige Einstufung in ein generelles Schema (also etwa in Verwendungsgruppen des anzuwendenden Kollektivvertrages zur Feststellung des kollektivvertraglichen Mindestentgeltes)
  • vorgesehene Tätigkeiten und Aufgaben
  • betragsmäßige Höhe des Grundgehalts und aller weiteren Gehaltsbestandteile
  • Ausmaß des jährlichen Erholungsurlaubs
  • vereinbarte wöchentliche oder tägliche Normalarbeitszeit
  • Bezeichnung der anzuwendenden generellen Normen (Kollektivvertrag, Satzung, etc.)
  • Name und Anschrift der betrieblichen Mitarbeiter/innenvorsorgekasse

Im Übrigen: In der Praxis ist es oft üblich, sich eine Kopie des Dienstzettels bzw. -vertrags vor der Unterschrift mit nach Hause zunehmen, um die Inhalte in Ruhe durchzusehen und bei allfälligen Unklarheiten nachzufragen.

Ursula Axmann

Ursula Axmann

Ursula ist seit einer halben Ewigkeit für das Career Center der WU verantwortlich. Ihr Herz schlägt höher, wenn Sie WU Absolvent/innen trifft, die ihr - oft erst nach vielen Jahren - erzählen, dass sie über das ZBP ihren ersten Job gefunden haben. Mit großem Vergnügen pflegt Ursula freundschaftliche Kontakte zu Top-Career Centers quer durch Europa, um die besten Ideen aus der Karriereberatung an die WU zu holen.

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Von | 2018-07-02T10:49:35+00:00 4. Juni 2018|Allgemein, Bewerben|0 Kommentare

Über den Autor:

Ursula Axmann
Ursula ist seit einer halben Ewigkeit für das Career Center der WU verantwortlich. Ihr Herz schlägt höher, wenn Sie WU Absolvent/innen trifft, die ihr - oft erst nach vielen Jahren - erzählen, dass sie über das ZBP ihren ersten Job gefunden haben. Mit großem Vergnügen pflegt Ursula freundschaftliche Kontakte zu Top-Career Centers quer durch Europa, um die besten Ideen aus der Karriereberatung an die WU zu holen.

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