Was steckt wirklich hinter … Empfehlungen?

Irgendwie hat doch die „Ich kenn da jemanden“-Mentalität in Österreich einen negativen Beigeschmack. Wir kennen „Freunderlwirtschaft“ und „Vitamin B“ von begehrten offenen Positionen, bei „denen man sowieso keine Chance hat, wenn man niemanden kennt“. Und ja natürlich, wenn dem wirklich so wäre (bewusst mit Konjunktiv!), dann wäre es lästig. Aber eigentlich können Mitarbeiter/innenempfehlungen doch sehr positiv genützt werden. Und darüber hinaus: sie versprechen höchst zufriedene Arbeitsbeziehungen. Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen…

 

Bild: Snowing – Freepik.com

Hohe Matching-Rate

Laut einer Studie des Online-Portals „glassdoor“ aus dem Jahr 2015, das weltweit mehr als 440.000 Bewerbungsprozesse analysiert hat, sind Mitarbeiter/innenempfehlungen für Unternehmen äußerst vielversprechend. Warum? Weil die sogenannte „Matching-Rate“ zwischen Arbeitgeber und Kandidat/innen tendenziell sehr hoch ist. Und eigentlich liegt es doch auf der Hand: Kaum ein/e Arbeitnehmer/in wird einen Bekannten oder eine Freundin dem Unternehmen weiterempfehlen, wenn man nicht weiß, dass er/sie wirklich gut arbeitet.

Empfehlungen aussprechen

Grund genug, dass manche Unternehmen mittlerweile sogar ein Empfehlungsmarketing etabliert haben. Sie motivieren so ihre bestehenden Mitarbeiter/innen dazu, aktiv Empfehlungen auszusprechen. In einem Gespräch mit unserem Unternehmenspartner BCG hören wir: „Bei uns gibt es die Möglichkeit, Bekannte oder Freund/innen zu empfehlen. Bei erfolgreicher Besetzung erhält der/die empfehlende Kollege/Kollegin eine kleine Prämie als Dankeschön.“

Freifahrtschein?

Wer nun allerdings meint, dass durch Empfehlungen immer und automatisch eine Stellenbesetzung erfolgt, der irrt. Denn Empfehlungen sind eben kein Freifahrtschein.  BCG betont: „Eine Auswirkung auf die Entscheidung darüber, wer in die Interviews eingeladen wird, hat eine Empfehlung nicht – wir wenden bei all unseren Bewerber/innen die gleichen Selektionskriterien an: erste Berufserfahrung z.B. in Form von Praktika, Auslandserfahrung und sehr gute Hochschulleistungen.“

Nützen, nützen, nützen

Empfehlungen können uns also in das Rennen um Positionen bringen. Wie können wir dieses Wissen nun nützen? Zum Beispiel indem wir im Bewerbungsprozess einen Fokus auf das Networking legen. Vielleicht informieren Sie einfach Bekannte darüber, dass Sie aktuell auf Jobsuche sind? Und selbstverständlich ist man immer gut beraten, in jeder beruflichen Situation professionell zu agieren und mit Fachwissen zu punkten. Empfohlen wird schließlich nur, wer fachlich und persönlich überzeugt.

 

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Als WU-Absolventin sind die Bande zum Career Center eigentlich schnell erklärt. Eigentlich. Denn bevor Brigitte Kuchenbecker Mitte 2011 endgültig zum ZBP Team kam, war sie langjährig beim Alumnidachverband der BOKU tätig und in ständigem Kontakt und Austausch mit dem ZBP. Während des Studiums sammelte die gebürtige Wienerin und nun Wahl-Niederösterreicherin Erfahrungen in einer PR- sowie in einer Beratungsagentur. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre vertiefte sie ihre Spezialkenntnisse des Personalmanagements am bereits erwähnten Alumnidachverband der BOKU und in einem Executive Search Unternehmen. Im ZBP vereint sie nun ihr gesammeltes Wissen und agiert als Informations-Schnittstelle zwischen Career Center, Universität, Studierenden und Absolvent/inn/en sowie Unternehmen und Presse. Neben den Web 2.0 Aktivitäten sind die Chefredaktion des Karrieremagazins und die Projektleitung der Messezeitung der Career Calling wesentliche Aufgaben.

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