Wie man sein Glück in der Arbeit findet – Teil 3: Die Sache mit dem „netten Team“

Wie man sein Glück in der Arbeit findet – Teil 3: Die Sache mit dem „netten Team“

Hand aufs Herz: Was brauchen wir, damit wir uns im Job rundum wohlfühlen? Damit wir jeden Morgen gerne zur Arbeit gehen? Wohl ganz oben bei den meisten von uns: nette Kolleg/innen, ein angenehmes Arbeitsklima, Spaß und ab und zu auch Gespräche über Privates – z.B. über das Wochenende oder den neuesten Kinofilm. Schließlich sind wir „soziale Wesen“. Wir wollen uns zugehörig fühlen, füreinander da sein und sozialen Rückhalt haben. Wer aber nun glaubt, dass es deshalb im Büro immer harmonisch zugehen muss und es auf gut wienerisch nie „Brösel“ geben wird, der irrt gewaltig.

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Denn Konflikte gehören nun einmal zum Leben dazu. Das haben wir schon im Phasenmodell nach Tuckman gehört. Dieses sieht zwischenmenschliche Konflikte in der sogenannten „Storming-Phase“ sogar als wesentlichen Bestandteil der Teambildung an. Spannungen zwischen Kolleg/innen sind demnach notwendig, damit sich ein Team überhaupt formatieren und die Rollen der einzelnen Teammitglieder definiert werden können.

Und auch wir selbst hadern in der Arbeit doch oft genug mit inneren Konflikten – und zwar immer dann, wenn wir im Spannungsfeld der eigenen Bedürfnisse stehen. Denn wollen wir nicht beides: Sozial eingebunden und trotzdem unabhängig sein? Und was wir nicht vergessen dürfen: unseren Kolleg/innen ergeht es zumeist genauso. Sie erleben dasselbe Dilemma zwischen Autonomie und Teamgeist. Denn auch sie möchten in der Regel zwar Teil der Gemeinschaft sein aber trotzdem individuelle Karriereziele verfolgen – was die Sache natürlich umso komplexer macht…

Die Sache, dass uns eine angenehme Teamatmosphäre glücklich macht, ist also nicht so einfach – zumindest dann nicht, wenn wir meinen, dass es keine Konflikte geben darf. Denn manchmal stürmt und kracht es eben – z.B. dann wenn ein Projekt nicht vorankommt und man sich trotz aller verschiedenen Ideen auf einen gemeinsamen Nenner einigen muss. Dann, wenn individuelle Entwicklungsschritte und veränderte Kompetenzen zu einer neuen Formatierung im Team führen. Oder dann, wenn man zwischen Eigeninteresse und Interesse des Teams abwägen muss. Wichtig ist natürlich immer die Grenze zu übertriebener Konkurrenz, Mobbing oder Feindseligkeiten zu erkennen!

Zum Schluss noch eine Anregung fürs Teambuilding. Johannes Steyrer vom Interdisziplinären Institut für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management an der WU hat mir von einem Experiment erzählt: Personen bekamen 5 Dollar zu ihrer freien Verfügung gestellt. Sie sollten das Geld entweder für persönliche Zwecke oder pro-sozial, z.B. durch Geschenke oder Spenden, ausgeben. Zuvor und danach wurde ihr Glücksniveau gemessen. Das Ergebnis: Nur pro-soziale Ausgaben erhöhten das Glück, unabhängig von der Betragshöhe. In diesem Sinne: kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – und machen einem selbst die meiste Freude 😉

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:42:11+02:009. März 2016|Allgemein, Im Job|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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