Wie Sie den Job garantiert nicht bekommen – Anti-Tipp 2: Seien Sie ein Mädchen

Wie Sie den Job garantiert nicht bekommen – Anti-Tipp 2: Seien Sie ein Mädchen

Zehn Anti-Tipps, die selbst die beste Bewerbung zunichte machen. Diese Woche: Naivität

Von Andrea Lehky

Der letztwöchige Anti-Tipp („Seien Sie präpotent“) hat tendenziell Männer betroffen. Dieser hier betrifft tendenziell Frauen und ganz besonders junge Frauen.

Wir alle beherrschen mehrere Stimmlagen. Je jünger, desto näher liegt uns die kindliche Piepsstimme. Mit der bekam das kleine Mädchen alles von seinem Papa, was es sich wünschte: das Pony, das Barbie-Haus oder das Einhorn.

Von diesen Erfolgen beflügelt behalten manche ihre Kleinmädchenstimme bei. Oft bis weit ins Erwachsenenalter. Manche greifen auch bei Unsicherheit darauf zurück. So wie die Assistentin, die sehr bestimmt mit ihrem Freund telefonieren konnte. Doch kaum stellte ihr der Personalchef im Bewerbungsgespräch eine unerwartete Frage, hauchte sie ein piepsiges „Weiß nicht“. Oder auch ein zartes „Oh“.

Die Folgen ihres Rückfalls ins Kleinkindalter wird sie im Bewerbungsgespräch kaum erfahren. Meist sagt man ihr nicht, warum sie den Job nicht bekommt – man will sie schonen.

Springt ein Personalchef aber zufällig auf die Mädchenmasche an, bekommt sie spätestens im Arbeitsalltag Probleme. Ein Vorgesetzter will sehen, dass sich seine Mitarbeiter/innen entwickeln, dass sie wachsen. Und nicht, dass sie retardieren.

Bitte geben Sie sich auch nicht naiv. Eine Familienanwältin suchte eine Konzipientin und fragte eine Bewerberin, warum sie gerade bei ihr arbeiten wollte. Die Antwort: „Weil ich Kinder so mag.“ (Für Nicht-Juristen: Familienrecht besteht aus Gesetzen und hat mit Kindern denkbar wenig zu tun. Eine informierte Bewerberin sollte das wissen.)

Personalchefs sind keine Unmenschen. Sie wissen und verstehen, dass Bewerbungsgespräche unangenehm sind. Doch statt vor lauter Unsicherheit in Kindheitsmuster zurückzufallen, munitionieren Sie sich besser mit Wissen hoch. Googeln Sie alles, was Sie über die Firma in Erfahrung bringen können. Sprechen Sie mit jedem, der sie näher kennt. Denn nur Information gibt echte Sicherheit.

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Unsere Gastautorin Andrea Lehky ist Redakteurin des Karriereresort der „Presse“. Wir freuen uns, dass sie uns mit aufschlussreichen “Anti-Tipps” versorgt 🙂

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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Von |2018-03-06T09:42:41+02:001. April 2015|Allgemein, Bewerben|0 Kommentare

Über den Autor:

Brigitte Kuchenbecker
Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin von UP! beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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