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Das Hemd bzw. die Bluse sitzt, das Smartphone ist auf leise gestellt, Geldbörse und Schlüssel sind verstaut. Dann mal los: Klingel drücken und rein geht es in den ersten Arbeitstag.

Viele neue Eindrücke warten jetzt auf dich: neuer Arbeitsplatz, neue Kolleg/innen, neues Gebäude, neue Aufgaben. Puh, ganz schön aufregend – Neustarts sind eben auch ein bisschen stressig. Doch mit eine paar Tipps wirst du schnell vom Rookie zum Pro …

Eigeninitiative. Wie die ersten Tage im neuen Job ablaufen, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Viele Positionen starten das Onboarding mit einem strukturierten Einarbeitungsplan. Bei anderen Jobs wirst du ins kalte Wasser geworfen und bekommst gleich deine ersten To-dos aufgetragen. Immer punktest du mit Engagement und Eigeninitiative. Es kommt zu einem Leerlauf, weil ein Einschulungstermin verschoben wurde? Dann kümmere dich selbst um deine nächsten To-dos. Frag nach, ob du deinen Kolleg/innen über die Schulter schauen kannst. Oder starte dein Selbststudium und eigne dir Wissen an, das für den Job sowieso vorausgesetzt wird! Kennst du schon die Website? Die Ordnerstrukturen? Das Betriebssystem?

Dress to success. Anzug bzw. Kostüm oder doch lieber Jeans und T-Shirt? Die Antwort bekommst du direkt aus der Praxis. Wie „casual“ oder „business“ ist das Outfit deiner Kolleg/innen – für normale Office-Tage oder für wichtige Termine? Wenn du deinen Stil der Unternehmenskultur anpasst, zeigst du dich schnell als Teil des Teams. Immer gilt: lieber etwas „over-„ als „underdressed“. Ein Outfit-Fail kann schnell unangenehm werden, wenn du in zerrissener Jeans an einem Meeting mit lauter Anzug-Träger/innen teilnimmst.

Zeitpuffer. Zuspätkommen hinterlässt meist einen „Eigentlich ist mir der Termin gar nicht wichtig“–Beigeschmack. Souveräner wirkst du, wenn du mit genügend Zeitpuffer und entspannt in die Meetings startest. Versuch wirklich, ein paar Minuten eher anzukommen und noch einmal durchzuatmen. Denn auch eine gehetzte und gestresste Energie kann sich leicht auf die Arbeitsatmosphäre übertragen und dir Leistungsfähigkeit rauben.

Namen merken. Keine Sorge, du musst dir nicht alle Namen und Gesichter gleich merken, Namensdreher passieren uns allen am Anfang. Als kleine Eselsbrücke können Notizen oder Stichworte helfen. Ein guter Tipp ist auch, die Namen deiner Kolleg/innen möglichst schnell zu benutzen, z. B. indem du die Person bald nach dem Kennenlernen direkt mit ihrem Namen ansprichst.  

Pausen. In manchen Unternehmen gibt es einen gemeinsamen Mittagstisch. In anderen gehen alle allein auf Mittagspause. Frag in deinen ersten Tagen einfach nach, wie die Pausen gestaltet sind. Vielleicht zeigt dir bei dieser Gelegenheit auch gleich jemand die Küche und die Kaffeemaschine? Als Superkollegin/Superkollege erkundigst du dich übrigens auch, wer für die Küche verantwortlich ist und wie du deinen Teil zur Sauberkeit beitragen kannst.

Negative Vibes. Lass dir von „Schlechte-Stimmung-Macher/innen“ nicht deine Motivation und Energie rauben. Klatsch und Tratsch und „Hast du schon gehört“-Geschichten sind mit Vorsicht zu genießen. Bilde dir lieber selbst deine Meinung und sammle deine eigenen, unvoreingenommenen Erfahrungen.

Gas mit Maß. Zugegeben, es braucht ein gewisses Gespür, um herauszufinden, wann du mit deinen Ideen Gas geben sollst – und wann eher nicht. Denn natürlich sollst du durch dein Know-how frischen Wind in bestehende Strukturen bringen. Aber: bist du zu pushy, stresst das. Höre gut zu, welche deiner Ideen vielleicht schon einmal von dem Unternehmen aufgegriffen, aber wieder verworfen wurden. Mit ein bisschen Feingefühl erkennst du schnell dein Limit und den richtigen Zeitpunkt, um Gas zu geben.

Watching the others. Die meisten deiner Kolleg/innen haben dir eines voraus: Sie haben wesentlich mehr Arbeitserfahrung als du. Und das ist auch gut so! Denn du kannst viel von ihnen lernen. Wie? Einfach, indem du beobachtest. Wie wird ein Gespräch mit dem Kunden geführt? Wie wird ein Teambriefing vorbereitet? Zeig dich aktiv und frage bei Unklarheiten einfach nach. Noch ein Extratipp: Eine „Eigentlich bin ich der Superstar und kann eh schon alles“-Attitude kommt selten gut an und blockt deine Lernbereitschaft.

Büro-Knigge. In jedem Unternehmen gibt es – meist unausgesprochene – Spielregeln für ein harmonisches Miteinander. Ist Essen am Platz ein No-Go oder okay? Gibt es in der Früh eine Begrüßungsrunde durchs Office? Werden Feste – zum Beispiel Geburtstage oder der Einstand – groß gefeiert? Beobachte, wie deine Kolleg/innen in gewissen Situationen reagieren. Und im Zweifel: einfach nachfragen!

Social Media. Vorsicht mit Facebook, Insta & Co. Zum einen solltest du deine Arbeitszeit nicht am Smartphone verbringen. Zum anderen trägst du als Mitarbeiter/in auch eine gewisse Verantwortung gegenüber deinem Arbeitgeber. Postings, die das Unternehmen schlecht dastehen lassen, Details preisgeben oder auch gesellschaftspolitisch kritisch sind, können übel enden. Um auf Nummer sicher zu gehen, schraubst du deine Privatsphäre-Einstellungen lieber ein bisschen enger. Dann bist du auch „safe“, dass deine Vorgesetzten nicht die Partyfotos vom letzten Urlaub in deinem Profil entdecken.

Fehler. Fehler passieren. Entscheidend ist, wie du mit ihnen umgehst. Ein Vorschlag: ansprechen, dazu stehen, Lösungen suchen, verbessern. Denn weder ein emotionsloses „Ist eh wurscht“ noch ein trotziges „Das hat mir aber niemand so gesagt“ oder ein panisches „Oh Gott, es tut mir so unendlich leid“ wirken professionell und lösungsorientiert.

Kommunikation. Wo viele Menschen sind, wird viel kommuniziert. Die Kunst ist, die richtige Form für den richtigen Anlass zu wählen. Wann passt z. B. ein E-Mail besser und wann ein Telefonat? Am besten fragst du bzgl. der gängigen Kommunikationsstandards nach – sonst kommt es schnell zu einem „information overload“. Weitere Kommunikationstipps gefällig? Vergiss nicht einen Abwesenheitsassistenten und eine Mailvertretung einzustellen, wenn du außer Haus bist. Heb das Telefon mit der gleichen Begrüßung ab, wie deine Kolleg/innen. Und wähle immer eine Sprache, die alle Personen im Raum verstehen können! Sind z. B. Kolleg/innen anwesend, die kein Deutsch sprechen, wird Englisch zum gemeinsamen „Sprechnenner“.

 

 

 

 

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin des Blogs beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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