Bild: © unsplash/ matthew henry

Manche Menschen scheinen wie für „den großen Auftritt“ geboren, der Small-Talk geht ihnen leicht von den Lippen und nach einem Event haben sie gut und gerne 5 interessante Visitenkarten erhalten. Andere wiederum tun sich schwerer, ein Gespräch zu beginnen und daraus vielleicht sogar Nutzen zu ziehen. Zu welcher Gruppe gehörst du?

Die „berühmten“ Kontakte bei der Jobsuche

Aber gehen wir einen Schritt zurück! Warum wird eigentlich so viel Wirbel um die „berühmten“ Kontakte bei der Jobsuche gemacht? Man denke doch nur an die vielen Networking- und Karriere-Events – allein wir vom WU ZBP Career Center holen jährlich über 100 Arbeitgeber an den Campus. Und bei der Langen Nacht der Unternehmen am 12. März warten gleich 42 Unternehmen auf dich.

Klar, das Hauptargument ist, dass du alle Infos zu Unternehmen, Aufgaben und Team bekommst, noch BEVOR du dich wirklich bewirbst. Das bringt dir natürlich einen Startvorteil für den Jobeinstieg. Aber abgesehen davon, hat der Aufbau eines eigenen Kontaktnetzwerkes noch viele weitere Vorteile: Ein gutes Netzwerk bietet dir die Chance, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und Fragen zu stellen. Dadurch kannst du dir vielleicht das eine oder andere Learning ersparen.

Insider-Wissen kann durch keinen Expert/innen-Rat ersetzt werden.

Wenn man eine Person kennt, die wen kennt, kann vieles leichter gehen: 

  • Du hast einen Informationsvorsprung.

Welche Skills sind für einen Arbeitgeber wichtig? Welcher Job wird demnächst frei? Insider-Wissen kann durch keinen Expert/innen-Rat ersetzt werden.

  • Du hast Fürsprecher/innen.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn du eine Person kennst, die von deinen Skills und Qualifikationen überzeugt ist. Das Start-up firstbird hat sich sogar auf Mitarbeiter/innen-Empfehlungen spezialisiert. Sie meinen, dass die eigenen Mitarbeiter/innen die „perfekten Talente-Scouts sind, da sie ein Netzwerk an Personen aus unterschiedlichen Lebensbereichen haben“.

  • Du hast schon persönlich überzeugt.

Wenn du Kontakte zu (HR-)Mitarbeiter/innen hast, dann hast du eine der schwierigsten Aufgaben schon gemeistert: Erster Eindruck? Check! Man hat schon ein Gesicht zu deinen sonst anonymen Bewerbungsunterlagen.

Exkurs: Das berühmt-berüchtigte Vitamin B

Inwieweit „Freunderlwirtschaft“, „Vitamin B“ oder Beziehungen zu Vorgesetzten Karrieresprünge begünstigen, dazu gibt es viele Studien. Ein einhelliges Ergebnis gibt es allerdings nicht: Denn zum einen scheint es große länderspezifische Unterschiede zu geben, zum anderen wird das Phänomen auch von Arbeitgebern und Bewerber/innen sehr unterschiedlich bewertet. By the way: Wenn man „Vitamin B“ googelt, kommen reihenweise Ernährungs- und Gesundheitstipps. Der Karrierekontext wird nicht thematisiert – zumindest nicht bis Seite 20.

Wo finde ich Möglichkeiten zum Networking?

Gegenfrage: Wo finde ich sie nicht? Natürlich denken wir sofort an eigens organisierte Events oder Vorträge, die reichlich Möglichkeiten zum Austausch bieten. Aber: Sobald uns Menschen begegnen, gibt es genaugenommen auch die Gelegenheit, mit diesen in Kontakt zu treten. Das kann auf der Uni sein. Auf einer Party. Oder auch über Freundesfreunde. Was du aus den Treffen machst, liegt freilich bei dir. Du kannst aktiv auf Menschen zugehen, in einen Small-Talk einsteigen oder einfach nur zuhören. Alles wird die Knoten deines Netzwerks weiterspinnen.

Du kannst es also lieben oder du kannst es hassen – in jedem Fall kann dir Networking bei der Jobsuche nutzen. Für alle, die sich auf der „großen Bühne“ nicht zu Hause fühlen, gibt es praktische Tipps. Denn, wie es schon Abreißkalenderverleger (ja, das gibt es wirklich!) Klaus Klages wusste: Beziehungen schaden nur dem/der, der/die sie nicht hat.

 Sobald uns Menschen begegnen, gibt es auch die Möglichkeit, mit diesen in Kontakt zu treten.

 

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte Kuchenbecker

Brigitte arbeitet seit acht Jahren für das ZBP. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und die Personalarbeit – umso besser, dass sie als Chefredakteurin des Karrieremagazins und Autorin des Blogs beide Interessen vereinen kann. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur: beim Wandern, Klettern oder Garteln.

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